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am 18. Jänner

Berufsschulen: Drüberfahren & Zusperren

Severin Mayr - Haberlander legt heute erstmals Schließungspläne offen. Dass der oberösterreichische Landtag nach Monaten der Geheimniskrämerei vor vollendete Tatsachen gestellt wird zeigt, wie sehr sich die schwarz-blaue Regierung vom Prinzip der Zusammenarbeit verabschiedet hat.

wütender Lehrer

Heute hat Bildungslandesrätin Haberlander erstmals – und auch nur nach einem entsprechenden Antrag von uns und SPÖ vom Oktober 2017 – alle Landtagsfraktionen über die Schließungspläne von mehreren Berufsschulen in Oberösterreich informiert, über die bereits die Medien berichtet haben. Tatsächlich sollen, wie mittlerweile bereits durchgesickert, nicht nur zwei, sondern vier Schulen geschlossen werden. Die Berufsschulen Steyr II und Wels II sollen bereits mit Ende dieses Schuljahres geschlossen werden, die Berufsschule Braunau am Inn ab Sommer 2019. Die Schulen Gmunden II und Vöcklabruck sollen zusammengelegt werden.

Wir kritisieren sowohl die überhastigen Schließungsabsichten sowie die einhergehende Intransparenz: Monatelang werden die Schließungen bereits vorbereitet, öffentlich aber dementiert. Nach Monaten der Verschleierung und Vernebelung und ohne Einbindung des Landtags, der betroffenen Schulen, deren LehrerInnen und SchülerInnen, gibt man jetzt im Ausschuss mehr widerwillig als freiwillig zu, was medial bereits seit Monaten als Gerücht kursiert: Die Schließungen der Berufsschulen. Diese sollen nur mehr von der oberösterreichischen Landesregierung abgesegnet werden, der oberösterreichische Landtag wird vor vollendete Tatsachen gestellt. Das ist eine nie dagewesene Geheimniskrämerei, kein neuer, sondern ein ganz schlechter Stil. Bis zum Jahr 2015 war es gelebte Politik, bei großen Reformprojekten alle Parteien sowie Interessensvertretungen einzubinden. Jetzt müssen sogar betroffene LehrerInnen und SchülerInnen aus der Zeitung erfahren, dass ihre Schulen in kurzer Zeit geschlossen werden sollen.

Erst sanieren, dann zusperren – wo ist das Gesamtkonzept?


Es bräuchte bei solchen Bildungsreformen ein klares Gesamtkonzept, wie wir die Bildungspolitik in unserem Land in den nächsten Jahren gestalten. Und dieses müsste auch dem oberösterreichischen Landtag zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Gerade in Braunau wurde die Berufsschule vor kurzem erst saniert. Und jetzt soll sie geschlossen werden?

Lehrlingszahlen sind in Oberösterreich am Steigen – davon profitiert das ganze Land

In den letzten Monaten wurde wieder deutlich: Oberösterreich ist ein Industriestandort, der von seinen Fachkräften und Lehrlingen lebt. Und die Zahl der Lehrlinge ist in Oberösterreich auch im Steigen begriffen, das untermauert auch das Plus bei den Lehrlingen im letzten Jahr von 3,4%. Das ist sogar über dem Bundesschnitt und zeigt, dass wir in eine moderne Lehrlingsausbildung investieren müssen. Regionale Ausbildungsstätten aus reinem Einsparzweck zu schließen, ist der falsche Weg.

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