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am 9. März 2017

Lehrlingspaket der Regierung: enttäuschend

David Stögmüller - Das große Lehrlingspaket der Bundesregierung ist ein enttäuschendes Päckchen. Die Lehre muss endlich in eine grundlegende Bildungsreform miteingebunden werden.

Das groß angekündigte Lehrlingspaket der Bundesregierung ist eher ein enttäuschendes Päckchen. Statt wirklicher Veränderungen werden wieder nur Löcher gestopft. Die Modernisierung von acht Lehrberufen ist zwar richtig, aber insgesamt zu wenig weitreichend. Um die duale Ausbildung aus ihrer Strukturkrise rauszubekommen, muss die Lehre endlich in eine grundlegende Bildungsreform mit eingebunden werden. Das ist unser Fazit zum Lehrlingspaket, das Wirtschaftsminister Mitterlehner präsentiert hat.

Lehrstellenmangel, schlechtes Image, mangelhafte Ausbildungsqualität – die Probleme im Lehrlingsbereich sind bekannt und auch in Oberösterreich deutlich sichtbar. So ist die Zahl der Lehrlinge 2016 gegenüber 2015 um mehr als 670 gesunken. Aktuell stehen 4.900 offene Lehrstellen nur 2.188 Lehrstellensuchenden gegenüber.

Alleine durch Imagekampagnen oder Förderungsoffensiven für Unternehmen sind diese Probleme keinesfalls zu lösen. Die Lehre muss wieder ein ernstzunehmendes Sprungbrett für junge Menschen werden. Wir brauchen eine wirkliche Offensive, wirkliche Anreiz, sich für eine Lehre zu entscheiden. 

Mindestlohn von 500-600 Euro netto für Jugendliche im 1. Lehrjahr

Mehr Geld für die Lehrlinge ist selbstverständlich ein wesentlicher Anreiz. Aktuell ist die Entlohnung spärlich, besonders in typischen Frauenberufe, etwa als Friseurin mit 390 Euro netto, Bäckerin 394 Euro netto, etc.

Das muss sich ändern. Die jungen Menschen müssen unabhängig vom Geschlecht ein selbstbestimmtes Leben führen können. Deshalb muss es einen Mindestlohn von 500–600 Euro netto für Jugendliche im 1. Lehrjahr geben.

Weitere Forderungen sind:

  • eine Ausbildungsqualitätsoffensive an den Berufsschulen und am Lehrplatz - mit modernen Lehrplänen und Ausbildungsstätten 
  • Faire Arbeitsbedingungen für die Lehrlinge 
  • Unterstützung bei der Berufswahl: Jugendliche ehestmöglich und parallel zum Alltagsunterricht bereits ab der 7. Schulstufe an allen Schultypen informieren und unterstützen
  • Kostenlose Vorbereitungskurse für die Lehrlinge
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