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am 27. September 2017

Chance Migration: Ausbildung als Schlüssel

Rudi Anschober - Besuch des Lehrgangs zur Berufsorientierung in sozialen Berufen beim Diakoniewerk Gallneukirchen.

Rudi Anschober beim Besuch des Lehrgangs zur Berufsorientierung in sozialen Berufen beim Diakoniewerk Gallneukirchen

Durch die Fluchtbewegung nach Österreich entsteht auch die Chance, durch eine gute Arbeitsmarktintegration von Asylwerbenden in Oberösterreich, jene Wirtschaftssparten gut zu besetzen, für die nicht genügend inländische/EU-MitarbeiterInnen gefunden werden können. Aktuell sind hier die Beispiele Gastronomie oder Kranken-/Altenpflege besonders hervorzuheben, wo Unternehmen und Einrichtungen immer weniger geeignetes und engagiertes Personal finden. Wenn wir hier mit einer guten Aus- und Weiterbildung von MigrantInnen ansetzen, entstehen neue Perspektiven für die Betroffenen ebenso wie für die heimische Wirtschaft und schlussendlich auch für die Versorgung zum Beispiel bedürftiger Menschen in Pflege. Der Orientierungslehrgang der Diakonie in Gallneukirchen ist ein tolles Projekt für beide Seiten, um Interesse und Eignung von Interessierten zu überprüfen – und gegebenenfalls Startpunkt für eine weitere Bildungs- und Berufskarriere in der sozialen Arbeit.

Der zweisemestrige Orientierungslehrgang des Diakoniewerks in Gallneukirchen wird seit mehreren Jahren abgehalten, um jungen Menschen, die vor allem ein freiwilliges Jahr bei der Diakonie in Oberösterreich machen (viele im Zuge eines europäischen Austausches), auch eine theoretische Basis mitzugeben. In diese bestehenden Lehrgänge wurden nun schon zum zweiten Mal auch 12 Asylwerbende aus der Grundversorgung der Diakonie integriert, die Interesse an Sozialberufen zeigen.

Ziel des Lehrgangs ist es, die Basis der sozialen Arbeit, wie etwa Pädagogik oder Pflege, kennen zu lernen. Bei den teilnehmenden Asylwerbenden wird neben den Inhalten des Sozialen Unterrichts auch Deutsch vermittelt. Ergänzt wird der Unterricht noch durch ein Pflichtpraktikum, so sollen die Asylwerbenden einen umfassenden Eindruck von dem Berufsfeld bekommen.

Erfolg: Von den ersten zwölf AbsolventInnen im Schuljahr 2016/2017 haben sich 4 für eine anschließende Ausbildung beworben, drei TeilnehmerInnen haben es geschafft und besuchen seit Herbst die Ausbildung zuR Fach-SozialbetreuerIn Altenarbeit.

Wir möchten Menschen auf der Flucht die Chance geben auch im Sozialbereich ihre Kompetenzen zu zeigen. Der Lehrgang bietet die Möglichkeit, die Zeit des Wartens während des Asylverfahrens sinnvoll zu nutzen und sich aktiv zu integrieren. Es ist wichtig, speziell auf lange Sicht lösungsorientiert zu agieren.

Durch den gemeinsamen Besuch des Lehrgangs werden das gegenseitige Verständnis für die fremden Kulturen und das gemeinsame Zusammenleben in Österreich gefördert. Die Schule ist der ideale Ort, um Kontakte zu knüpfen und sich ein soziales Netzwerk aufzubauen.

Auch bei diesem Projekt - wie zum Beispiel auch bei Lehrstellen - behindert die Bundesregierung mit der Weigerung, auch für Asylwerbende wie bei allen anderen KursteilnehmerInnen die Fahrtkosten zu tragen, die Umsetzung massiv. Man muss sich einmal vorstellen: da befinden sich 24 junge Menschen in einer gemeinsamen Ausbildung - von allen werden die Fahrtkosten getragen, nur für die handvoll junger AsylwerberInnen nicht. Nur durch Spenden sind die Kosten für die Monatskarte aus Linz in der Höhe von 70 Euro pro Person finanzierbar. So gefährdet die Bundesregierung wertvolle Integration.

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