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am 29. September 2017

Saures mit Sonnenenergie

ooe.planet Redaktion - Am Biohof Pflügelmeier werden Essiggurkerl und andere Sauergemüse mit Energie aus Sonne und Biomasse erzeugt. Die Grünen besuchten den Hof von Gerald Pflügelmeier im Eferdinger Becken.

Besuch Biohof Pflügelmeier

Seit über zwanzig Jahren stellt Gerald Pflügelmeier Bio-Gurkerl und anderes Sauergemüse auf seinem Hof bei Eferding her. Vielen BiokonsumentInnen sind vor allem "Pepis" Gurkenvariationen mit dem einprägsamen Schriftzug ein Begriff. Waren sie vor zwanzig Jahren nur in Bioläden zu kaufen, gibt es sie seit einigen Jahren auch bei großen Supermarktketten.

Der Schritt Richtung Handelsketten führte dazu, dass die Nachfrage kontinuierlich stieg und so die Arbeitsplätze am Hof besser abgesichert werden konnten. Im Gegensatz zu den anderen GurkerlproduzentInnen werden die Rohstoffe direkt am Hof angebaut und dort auch gleich verarbeitet. Neben den Essiggurkerl gibt es noch zahlreiche andere Produkte wie Sauerkraut, eingelegte Paprika, Karotten-, Selleriesalate, aber auch Chutneys und Suppengewürze.

Das Energiekonzept

Schon lange träumte Gerald Pflügelmeier von einem Solarpasteur – einer thermischen Haltbarmachung mittels Son­nen­­energie. "Nach monate- und jahrelangem Tüfteln waren es nur noch zwei Problemstellungen, die uns zu schaffen machten", sagt Pflügelmeier. "Zum einen waren wir auf der Suche nach einer schlagkräftigen Sekundarenergiequelle für die Zeit, in der die Sonne nicht scheint. Andererseits anderen wollten wir keine Solaranlage bauen, die in den Monaten März – Mai eine Unmenge Energie erntet, die wir mangels Verbrauchs in dieser Zeit nicht nutzen könnten. Denn in den Sommermonaten bis Oktober wird ohnehin produziert und damit auch pasteurisiert. Wenn im Winter die Sonne scheint, können wir jetzt das Schwinden unserer Holzvorräte mittels Heizungseinspeisung verzögern."

"Zwei Fliegen mit einer Klappe"

Schließlich installierte Pflügelmeier im Jahr 2010 eine Hackschnitzel­anlage als Sekundär-Heizung. Das Hackgut kann mittels Heizlüfter und Betonspaltenboden mit Solarenergie direkt im Lager getrocknet werden. Nach seinen Schätzungen steigerte dies die energetische Ausbeute um 30 bis 50 Prozent. Außerdem verlängert optimal getrocknetes Hackgut die Lebensdauer des Hackgutkessels entscheidend, bei deutlich weniger Emmissionen.
Neben dem Solarpasteur gibt es am Hof ein Sonnenkraftwerk für die Stromerzeugung. Übers Jahr gerechnet deckt der Ertrag der Photovoltaik-Anlage den gesamten hofeigenen Verbrauch ab.

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