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am 20. Oktober 2017

Vögel und Insekten: dramatischer Rückgang

Rudi Anschober - Erstmals belegt eine wissenschaftliche Untersuchung in Deutschland den dramatischen Rückgang an Insekten. Nach den Insekten folgen die Vögel.

Braunkehlchen
Braunkehlchen

Eine Studie, die holländische, deutsche und britische WissenschafterInnen jetzt in der Fachzeitschrift "Plos one" veröffentlicht haben, belegt nun erstmals, dass die Zahl der Insekten in weiten Teilen Deutschlands dramatisch abgenommen hat. In den untersuchten Insektenfallen an insgesamt 63 verschiedenen Orten ist in den letzten 27 Jahren die Masse der Insekten, wie Käfer, Fliegen, Schmetterlinge, Bienen oder Wespen um durchschnittlich 76 Prozent zurückgegangen.

Für Österreich müssen wir mit ähnlichen Zahlen rechnen. Das ist ein dramatischer Beleg dafür, dass wir auf eine alarmierende Art und Weise in den ökologischen Kreislauf eingreifen. Ursachen kann es viele geben: vom Ausräumen der Landwirtschaften bis zur Verwendung verschiedener Risiko-Pestizide. Es braucht nun einen Masterplan als rasche Gegenmaßnahme. Wir werden deshalb mit den betroffenen Regierungsressorts in Oberösterreich rasch die Gespräche vertiefen, um eine breite Unterstützung des Masterplans zu erreichen, das Umweltministerium werden wir dazu einladen, damit wir möglichst breit aufgestellt sind.

Ziel ist es, dass die wichtigsten Maßnahmen bis Jahresende stehen, dass es anschließend zu einer intensiven Einbindung aller Bundesländer und der nächsten Bundesregierung kommt.

Dass diese dramatische Entwicklung auch in Österreich ähnlich sein dürfte, zeigt auch die Entwicklung des Vogelbestandes, der mit der Anzahl an Insekten (als Nahrungsquelle) im engen Zusammenhang steht. Hier zeigt sich etwa bei den häufigsten Feldvögeln ein Minus von 42 Prozent seit 1998. Greift man gezielt Boden- bzw. Wiesenbrüter, wie Feldlerche, Rebhuhn oder Grauammer heraus, die von der immer intensiveren Nutzung der Agrarflächen am stärksten betroffen sind, liegen die Rückgänge sogar bei über 52%.

Besonders dramatisch stellt sich die Situation für das Braunkehlchen dar – mit einem österreichweiten Rückgang von 75-80%. Für die früher in Oberösterreich weit verbreitete Art ist der Bestand auf lediglich 30–40 Brutpaare gesunken. Laut BirdLife Österreich muss hier umgehend gehandelt werden, sonst ist in den nächsten Jahren mit dem völligen Aussterben dieses kleinen Wiesenvogels zu rechnen.

Es ist allerhöchste Zeit, hier ernsthaft gegenzusteuern. Wir laden daher heute die ebenfalls zuständigen Regierungsressorts von Naturschutz bis Landwirtschaft zu Gesprächen über einen Masterplan Insekten- und Vogelschutz ein, auf dessen Basis wir die Allianz mit den anderen Bundesländern und dem zukünftigen Umweltministerium suchen werden.

Masterplan Boden schützt auch Artenvielfalt 
  • Bundesweiter Masterplan für engagierten Bodenschutz und ein Aus für die tägliche Flächenversiegelung, die Lebensräume zerstört, Agrarflächen verhindert und den Boden als CO2- und Wasser-Speicher zerstört.
  • Ausbau der biologischen Landwirtschaft in Österreich.
  • Ein europaweites Aus für besonders gefährliche Umweltgifte, wie Glyphosat und Neonicotinoide. Hier könnte mit einer starken Nein-Stimme Österreichs im EU-MinisterInnenrat der Durchbruch für Insekten, Umwelt und Gesundheit noch im November kommen.
  • Mehr quantitative Vorgaben und Zeitpläne für den Ausstieg aus weiteren Risiko-Pestiziden sowie die Verringerung der Einsatzmengen; nicht-chemische Pflanzenschutzmaßnahmen und Nützlingseinsatz sollen mehr Gewicht erhalten.
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